Tonweg Rot

Die heutige Wanderung sollte uns auf eine Strecke ins Kannenbäckerland führen. Genau gesagt, liefen wir den Themenwanderweg „Tonweg Rot“  bei Moschheim und Boden im Westerwald. Das Wetter spielte wieder einmal mit und wir sollten die Wanderung trocken überstehen. Nur der Wind fegte gut über die Wiesen und Felder.

Länge: 11,3 km
Höhenmeter: 216 Meter
Dauer: 2,15 Stunden
Schwierigkeit: leicht
GPSies incl. Bildgalerie:                                             Tonweg (Rot)
Garmin Adventure incl. Bildgalerie:                          Tonweg (Rot)

Profil Tonweg (Rot)

Gestartet wurde am Wanderparklpatz Boden. Ein kleiner gemütlicher Ort mitten im Westerwald. Montabaur ist nur einen Katzensprung entfernt, und dennoch ist hier alles grün und ruhig.

Wanderparkplatz Boden

Der erste Abschnitt war eine geplante Sackgasse, denn um die erste Tongrube zu sehen muss man etwa 200 Meter zur Grube laufen. Danach ging es die gleiche Strecke zurück bevor man auf den eigentlichen Tonweg laufen kann. Grube Nr. 1 ist „ESTHER“ welche sich direkt am Ortsrand von Boden befindet.

Infotafel Tongrube „ESTHER“

Tongrube „ESTHER“

Nicht nur Tongruben sondern auch Mühlen befanden sich auf diesem Gebiet. Die „Bodener Mühle“ steht heute noch immer und befindet sich aktuell im Wiederaufbau. Die „Steickecker Mühle“ hingegen wurde stand bis 1956/57 an einer schön gelegenen Stelle.

Infotafel Steinecker Mühle

Steinecker Mühle

Im direkte Umfeld der Mühle befindet sich heute die zweite Tongrube. 1976 wurde hier angefangen Ton abzubauen. Umgeben ist die Grube von mehreren kleineren künstlich angelegten Seen.

Infotafel Tongrube Pfeul

Die Grube ist gigantisch und das Abbaugebiet riesig.

Tongrube Pfeul

Wie man im folgenden Bild sehen kann, sind die Wanderwege sehr nah an Gruben angelegt, was einem das Gefühl gibt recht nah am Geschehen dran zu sein.

Kjelt fotografiert Pfeul

Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir an einem See bei Niederahr vorbei, welcher dem Ortsansässigen Anglerverein gehörte. Dieser ist umgeben von Bänken und kam uns sehr gelegen für unsere Rast. Der Platz war sehr günstig gelegen, da die Bäume uns vor dem recht stark wehenden Wind schützten.

See bei Niederahr

Wir waren nicht alleine in dieser tollen Umgebung. Um uns herum waren viele Tiere,  angefangen von Fischen, welche immer wieder an die Wasseroberfläche kamen bis hin zu  vielen verschiedenen Insekten. Mit ruhiger Hand und langen Warten ist es mir gelungen eine Libelle aus der Nähe zu fotografieren.

Libelle

Nach der Rast ging es auch direkt weiter zur nächsten und gleichzeitig letzten Tongrube unserer Wanderung. „PETSCHMORGEN“ ist die größte aller Tongruben und es wurde zu Beginn unter Tage gefördert. Es glich eher einem Schürfen, als einem Abbau wie er in der heutigen Zeit üblich ist. Um diese Tongrube zu umlaufen benötigten wir knapp eine Stunde.

Infotafel PETSCHMORGEN

Tongrube PETSCHMORGEN

Nachdem wir die letzte Tongrube hinter uns gelassen hatten, ging es mit der Natur stetig bergauf. Grüne Wiesen, Bäumen und sogar ein wunderbar errichtetes Insektenhotel befanden sich auf unserem weiteren Weg.

Ruhestation

Insektenhotel

In Moschheim war ein sehr schön angelegter Kreisel, welchen ich euch nicht vorenthalten möchte. Darauf befindet sich eine Lore und und die dazugehörige Bergbaumaschiene (Förderband).

Kreisel in Moschheim

Die Natur wurde aber nicht nur malträtiert, nein es wurde auch neues Leben geschaffen. In Moschheim wurde von 1973-1978 eine Mülldeponie betrieben, welche mittlerweile zu einem Wald umgewandelt wurde. Interessant war es durch den Wald zu laufen, denn in der ein oder anderen Ecke konnte man wie auf der Tafel beschrieben die Fäulnisgase riechen.

Infotafel Mülldeponie

Nach gut 11 km kamen wir wieder in Boden an und besuchten dort die momentan stattfindende Kirmes. Die Strecke war gut zu laufen mit relativ wenig Höhenmetern, dafür mit reichlich Informationen über Tonabau und deren Geschichte.

Höhenprofil Tonweg